Abschlusskonzert

Sommersemester 2010

Sonntag, 4. Juli 2010  |  18.00 Uhr  |  Rheingoldhalle Mainz


Ludwig van Beethoven
SINFONIE NR. 9 d-Moll op. 125

Stefanie Dasch, Sopran
Anne Alt, Alt
Julio Fernández, Tenor
Tom Heiß, Bass
Schulchor der IGS Bretzenheim
Chor und Orchester der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Joshard Daus, Leitung


PRESSE: Die Allgemeine Zeitung berichtet:
"Jubelndes Finale" (08.07.2010)

In Wien kursiert um 1820 ein Gerücht. Ludwig van Beethoven (1770-1827) heißt es, sei "auskomponiert". Inzwischen ist er völlig taub, an Spielen und Dirigieren nicht mehr zu denken. Beethovens große Zeit, so raunt man abfällig, sei vorbei. Doch am Ende ist Beethoven noch lange nicht: "Wartet nur, ihr sollt bald eines andern belehrt werden", grollt er und bereitet seine abschließenden, musikalischen Großtaten vor: darunter die Sinfonie Nr. 9, die am 07. Mai 1824 in Wien unter großem Applaus uraufgeführt wird.

Erste Skizzen dazu finden sich bereits 1817, den Plan, Schillers Ode an die Freude zu vertonten, hegt Beethoven nachweislich sogar schon seit 1793. Doch erst gegen Ende des Jahres 1823 entscheidet er sich, mit der Schiller- Vertonung seine Sinfonie Nr. 9 abzuschließen und damit erstmals die menschliche Stimme in diese Musikgattung zu integrieren - ein Kunstgriff, der die Komponisten bis ins 20. Jahrhundert beeinflusste. Das viersätzige Werk lässt sich als Suche des Menschen nach Freiheit, Liebe und Glück lesen. Nach einem dramatischen ersten Satz, der in düsterem, jenseitigen d-Moll steht, und einem dämonischen Scherzo, entwirft der dritte, langsame Satz das Bild einer friedlichen, in sich zurückgezogenen Welt. Zu Beginn des vierten Satzes fasst Beethoven die Themen der ersten Abschnitte noch einmal zusammen, bevor er zunächst das Orchester, dann die Solisten und schließlich den Chor mit dem berühmten "Freude, schöner Götterfunke" zu einem festlichen, strahlenden D-Dur-Finale führt.