Abschlusskonzert Chor

Wintersemester 2010/2011

Sonntag, 6. Februar 2011  |  18.00 Uhr  |  Phönixhalle Mainz


Antonín Dvořák
STABAT MATER

Fionnuala McCarthy, Sopran
Ulrike Helzel, Alt
Thomas Dewald, Tenor
Christian Hübner, Bass
Chor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Göttinger Symphonie Orchester

Joshard Daus, Leitung


PRESSE: Die Allgemeine Zeitung berichtet:
"Umwerfende Wirkung" (09.02.2011)

Zwischen Aufschrei, Anklage und tiefster Traurigkeit gestaltet Antonín Dvořák in der Vertonung von Jacopone da Todis mittelalterlicher Mariensequenz Stabat Mater dolorosa, die die Passions-Situation der leidenden Mutter unter dem Kreuze beschreibt (deutsche Version: Christi Mutter stand mit Schmerzen), eine sehr persönliche, aber auch effektvoll-theatralische Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Gottesgläubigkeit.

Erste Skizzen zu diesem Werk entstanden zwischen Februar und Mai 1876 nach dem Tod seiner neugeborenen Tochter Josepha. Zwei Jahre später folgten ihr auf tragische Weise seine zweite Tochter und sein kleiner Sohn. Unter diesem Eindruck vollendete er das Oratorium zwischen September und November 1877. Die Uraufführung fand am 23. Dezember 1880 in Prag statt. 1883 wurde das Werk nach einer Aufführung in der Londoner Royal Albert Hall in England stürmisch gefeiert und sollte so die künftige Laufbahn des bis dahin um Anerkennung ringenden Komponisten beeinflussen.

In England musste ein solches Werk auf Begeisterung stoßen, das religiösen Inhalt mit einer so unprätentiös spontanen, formal einfachen, in der Übersichtlichkeit der Tonsprache durchaus an Händel erinnernden Weise behandelt. Darüber hinaus aber spricht aus Dvořáks Stabat mater auch eine den tragischen Gehalt stützende natürliche Heiterkeit und Zuversicht, die dem Werk seine Beliebtheit über die Zeit hinaus bis heute gesichert hat.