"O ewiges Feuer"

Himmelfahrtsoratorium und Kantaten von J. S. Bach

Nach der Beschäftigung mit Bachs "Weihnachtsoratorium" im Dezember 2013 (Konzerte in Mainz und Frankfurt und CD-Aufnahme), mit der "Messe in h-Moll" (Konzerte mit Andreas Scholl in Südafrika und in Deutschland, CD-Aufnahme) und mit Bachs Weihnachtskantaten im Dezember 2015 widmet sich der Gutenberg-Kammerchor nun dem weniger bekannten "Himmelfahrtsoratorium" des Großmeisters der deutschen Barockmusik, ergänzt durch zwei Kantaten:

Himmelfahrtsoratorium "Lobet Gott in seinen Reichen" (BWV 11)
Kantate zu Christi Himmelfahrt "Wer da gläubet und getauft wird" (BWV 37)
Kantate zu Pfingsten "O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe" (BWV 34)

Die Konzerte führen den Kammerchor der Mainzer Uni dieses Mal auch in die Bundeshauptstadt Berlin:

in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin am Samstag, 9. April 2016, 18:00 Uhr
Kirchenmusik Gedächtniskirche Berlin ;

in die Kirche St. Bonifaz in Mainz am Donnerstag, 28. April 2016, 19:30 Uhr [Einlass ab 19:00 Uhr]
Online-Bestellformular Mainz ;

in den Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main am Freitag, 29. April 2016, 20:00 Uhr
Domkonzerte Frankfurt .

 

Ausführende:

Sopran:   Jasmin Hörner
Altus:   Julien Freymuth
Tenor:   Sören Richter (Berlin)   
bzw.
   Christian Rathgeber (Mainz und Frankfurt)
Bass:   Christian Wagner

Gutenberg-Kammerchor

Neumeyer Consort

Felix Koch, Leitung


Zum Jubiläumsjahr 2016 des 70jährigen Bestehens des Collegium musicum an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffnet der Gutenberg-Kammerchor des Collegium musicum sein Jahresrepertoire mit einem besonders attraktiven, „be-feuerten“ und „be-geisterten“ prunkvollen Programm zum Thema „Himmelfahrt und Heiliger Geist“ mit selten gespielten Werken von Großmeister Bach in historischer Aufführungspraxis – zusammen mit dem Neumeyer Consort und Absolventen von Barock vokal, dem Kolleg für Alte Musik an der Hochschule für Musik Mainz.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) hat drei seiner Werke im Titel „Oratorium“ genannt – und alle drei sind für den liturgischen Zusammenhang ein und desselben Kirchenjahres in Leipzig gedacht: Das Weihnachtsoratorium für die Weihnachtstage 1734 und den Jahreswechsel 1734/35, das Osteroratorium und das Himmelfahrtsoratorium für 1735.

„Lobet Gott in seinen Reichen“ (BWV 11) wurde in der alten Bach-Gesamtausgabe ursprünglich bei den Kantaten eingeordnet – daher die niedrige BWV-Nummer. Aber da das Werk einen geschlossenen biblischen Handlungszusammenhang aufweist mit Evangelienbericht und Dialog-Konstellation, gehört es gattungsgeschichtlich zu den Oratorien – und wurde vom Komponisten selbst zudem als „Oratorium in Festo Ascensionis“ bezeichnet.

Dieses Himmelfahrtsoratorium, das am wenigsten bekannte von Bachs Oratorien, besteht aus elf Sätzen, die sich in zwei Teile gruppieren, und setzt sich in wesentlichen Teilen aus Musikpartien zusammen, die Bach aus der Parodierung eigener weltlicher Kantaten gewonnen hat – ein üblicher Vorgang, der auch den beiden anderen Oratorien zugrunde liegt. So basiert das Himmelfahrtsoratorium in Teilen auf der [verschollenen] Kantate „Froher Tag, verlangte Stunden“ (BWV Anh. 18), geschrieben 1732 für die Wiedereröffnung der Thomasschule in Leipzig, enthält daneben aber auch viel Neues.

Die Kantate „Wer da gläubet und getauft wird“ (BWV 37) ist bereits 1724 für das Fest Christi Himmelfahrt entstanden – und gehört somit zum ersten Kantatenjahrgang, den Bach nach der Übernahme des Amtes als Thomaskantor 1723 für Leipzig geschrieben hat.

Die Pfingstkantate „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ (BWV 34) basiert auf der gleichnamigen weltlichen Kantate von 1725/26. Über Entstehung und Verwendung dieses Werks ist wenig überliefert: Wahrscheinlich wurde die Kantate am Pfingstsonntag, 29. Mai 1746, in Leipzig uraufgeführt. Zum gleichen liturgischen Anlass sind drei weitere Kantaten Bachs überliefert. „O ewiges Feuer“ ist die letzte, gehört ins letzte Lebensjahrzehnt Bachs und zeigt Elemente seines Kantaten-Spätstils.