Oratorium: "Paulus"

Semesterkonzert Wintersemester 2017/18

Felix Mendelssohn Bartholdy: „Paulus“ op. 36 (MWV A14)

Ausführende:

Heejoo Kwon, Sopran
Jina Oh, Alt
Ferdinand Keller, Tenor
Simon Amend, Bass

UniChor & UniOrchester Mainz

Felix Koch, Leitung

Samstag, 3. Februar 2018, 19:30 Uhr
Lutherkirche Wiesbaden

Abendkasse und Einlass ab 18:30 Uhr

Eintritt: 18,- € (ermäßigt 13,- €)

In den beiden Bereichen "Kirchenschiff unten" und "Empore" besteht jeweils freie Platzwahl.

Die Solistenpartien übernehmen die Gewinner des Gutenberg-Gesangsstipendiums des Collegium musicum, durch das in Kooperation mit der Gesangsabteilung der Hochschule für Musik Mainz Bewerber aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewählt wurden.

Diesmal sind wir wieder in der Lutherkirche in Wiesbaden zu Gast (Nähe Hauptbahnhof) – der außergewöhnliche Jugendstil-Kirchenraum bietet eine besondere Atmosphäre und gute Akustik.


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ist eine zentrale Figur der deutschen Romantik – und international einer der wichtigsten Komponisten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: zugleich Wegbereiter für die weitere Entwicklungen in Stil, Gattungen und Musikverständnis und Bindeglied zurück zu den musikgeschichtlichen Vorläufern.
Er hat bedeutende Werke für Chor, für Orchester und für Klavier geschaffen, Kammermusik und Sinfonik, Musik für die Bühne und für die Kirche – und zwei (vollendete) Oratorien. 1836 wurde das erste uraufgeführt: Paulus op. 36 (MWV A 14).

Noch vor Antritt seiner großen Konzertreisen, die ihn 1832 zum wiederholten Male nach Paris und nach London führten, erhielt Mendelssohn 1831 vom Frankfurter Cäcilien-Verein den Auftrag, ein Oratorium über den Apostel Paulus zu komponieren. Nach seiner Rückkehr nahm er 1832 dann in Berlin die Arbeit an dem Werk auf.
Inspiriert von den Oratorien Bachs und Händels (und - in geringerem Maße - auch Haydns) wünschte er sich eine Textgrundlage aus Bibelworten sowie die Einbeziehung von Chorälen „aus dem Gesangsbuch – ganz in der Art der Bach‘schen Passion“, wie Mendelssohn im Dezember 1832 in einem Brief an seinen Freund Julius Schubring schrieb.
Zwar hatte der Berliner Universitätsmusikdirektor Adolf Bernhard Marx, der auch an dem Werk beteiligt war, Einwände dagegen und bezeichnete die Choräle als „verfehlt“, Mendelssohn hielt aber daran fest. 1834 lag der Text endlich fertig vor, und Mendelssohn konnte mit der Komposition beginnen, doch wurde er bis zur geplanten Uraufführung im Frühjahr 1836 nicht fertig. Erst einige Wochen später beim 18. Niederrheinischen Musikfest erlebte das Oratorium zu Pfingsten 1836 in der Düsseldorfer Tonhalle seine Premiere. Mendelssohn überarbeitete danach das Werk noch einmal für den Druck, und in dieser endgültigen Fassung wurde es in englischer Sprache als St. Paul im Oktober 1836 in Liverpool aufgeführt.  

Das zweiteilige Werk erzählt keine kontinuierliche Handlung, sondern widmet sich episodenhaften Einzelmomenten der Paulus-Geschichte, die didaktisch Religionsinhalte und Glaubenssätze transportiert. Der erste Teil schildert die Beteiligung des Christen-Feindes Saulus an der Verfolgung und Steinigung des Hl. Stephanus und seine Bekehrung und Wandlung zum Paulus. Teil II berichtet von verschiedenen Stationen der Missionsreisen des Paulus und schließt mit der Andeutung seines Märtyrertodes.
Die Satzweise der großen Chöre und Chorfugen erinnert an Händel, auf Bach verweisen die Turba-Chöre und die Choräle.

 „Die Auffassung des Konzertoratoriums als imaginäre Kirchenmusik ist von Mendelssohn durch die Paulus-Choräle gleichsam auskomponiert worden.“ (Carl Dahlhaus)